Vorhaben

Sie sind hier in einem Mitwirkungsforum zu einem Vorhaben des krautreporter Zukunftswerkstatt

7. Beenden wir die Abhängigkeit der Wirtschaft vom Export
Lange hat das Geschäftsmodell der Bundesrepublik Deutschland wunderbar funktioniert. Das lief in etwa...

Lange hat das Geschäftsmodell der Bundesrepublik Deutschland wunderbar funktioniert. Das lief in etwa so: Deutsche Firmen stellen hochwertige und stark spezialisierte Produkte her, die sie dann in die ganze Welt verkaufen. Weil Deutschland mehr exportiert als importiert, bleibt jedes Jahr ein dreistelliger Milliardenbetrag hängen – der sogenannte Exportüberschuss (auch: Handelsbilanzüberschuss). Er betrug im vergangenen Jahr 244 Milliarden Euro.

Die Exportabhängigkeit der deutschen Wirtschaft war in der Vergangenheit auch immer wieder ein Argument dafür, die Lohnkosten zu drücken. Deutschland müsse „fit für den Weltmarkt“ werden, hieß es dann. Von den aus den Sparrunden resultierenden Firmengewinnen profitierten aber vor allem jene, die ohnehin schon Besitz haben – zum Beispiel in Form von Firmenanteilen. Wer nichts hat und nichts erben kann, der wird in Deutschland mit stetig sinkender Wahrscheinlichkeit noch zu Reichtum kommen.

Export als Geschäftsmodell hat auch deswegen so gut funktioniert, weil es Freihandelsabkommen und den Euro gab. Doch zurzeit gewinnen die Gegner des Freihandels immer mehr Unterstützung – egal, ob sie von links oder von rechts kommen. Es drohen Zölle, Handelsbeschränkungen und andere Erschwernisse. Was passiert eigentlich, wenn wir nicht mehr so viel exportieren können, wie wir gerne wollten?

Darauf ist Deutschland nicht vorbereitet. Unser Geschäftsmodell war Jahrzehnte lang erfolgreich. Jetzt, wo sich die Voraussetzungen ändern, müssten wir uns eigentlich Gedanken machen, ob es noch zeitgemäß ist. Natürlich ist das ein radikaler Prozess. Aber er könnte früher notwendig werden, als uns das lieb ist.

eingereicht am Di. 19. Juni 2018
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    Export Reduktion heisst viel weniger produzieren

    Wenn die deutsche Wirtschaft weniger exportiert, dann müssen die produzierten Waren im Inland verkauft werden. Das geht kaum, denn der Markt ist gesättigt. Jeder hat fast alles.

    Also kann man nur die Produktion reduzieren, was wiederum heisst, dass weniger gearbeitet werden muss. An sich ist das nicht schlecht, aber das wird sicherlich auch weniger Löhne bedeuten. Also weniger Kaufkraft im Inland. Sprich: weniger Kohle für den einzelnen Menschen.

    Das wird kaum ein Mensch in Deutschland freiwillig mitmachen.

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