Vorhaben

Sie sind hier in einem Mitwirkungsforum zu einem Vorhaben des krautreporter Zukunftswerkstatt

5. Denken wir Lernen völlig neu
„Bildung ist Ländersache“ – diese Regel ist nicht mehr zeitgemäß. Sie ist ein Grund für die deutsche ...

„Bildung ist Ländersache“ – diese Regel ist nicht mehr zeitgemäß. Sie ist ein Grund für die deutsche Bildungsmisere: Schulen sind marode und schlecht ausgestattet, es fehlen massenhaft Lehrkräfte, Kinder aus ärmeren Haushalten oder von eingewanderten Eltern werden benachteiligt.

Wir brauchen eine gemeinsame Vision für die Bildung in Deutschland, die für gleiche Rahmenbedingungen in den Bundesländern sorgt. Einigen wir uns auf Regeln, die überall gelten, als Gerüst, damit die Bildung deutschlandweit wieder vergleichbar wird: Entscheiden wir uns zwischen G8 oder G9, finden wir eine gemeinsame Umsetzung der Inklusion, führen wir vergleichbare Abiturprüfungen ein.

Der Bund sollte bei der Sanierung der Schulen helfen, lasst uns die Löcher in den Wänden stopfen, neue Schulen und Sporthallen bauen. In sanierten und gut ausgestatteten Schulen lernt und lehrt es sich gleich viel besser – vielleicht begeistern wir so auch wieder mehr junge Menschen dafür, Lehrer zu werden. Wir sollten dafür sorgen, dass die Ausbildung von Lehrern auf einem gemeinsamen Level, in einem gemeinsamen Rahmen stattfindet. Es gibt kein einziges Argument dafür, warum ein Lehrer in Bayern anders ausgebildet werden sollte als ein Lehrer in Hamburg. Das Credo muss lauten: So viel Vielfalt wie möglich, so viel Einheitlichkeit wie nötig.

eingereicht am Di. 19. Juni 2018
Debatte
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  • Public
    Europaweit, nicht bundesweit

    Es gibt bereits mit den Europäischen Schulen ein hervorragendes Bildungskonzept auf Ebene der EU - anstatt ein nationales System aufzuziehen könnten wir dieses System mitbenutzen. Dort sind auch Methoden vorgesehen, um die Einhaltung der Regeln zu erzwingen, obwohl die Trägerschaft der Schulen weiterhin bei den Ländern bleibt.

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  • Public
    Föderalismus nicht das Problem

    Beim Lernen besteht das Problem nicht in der Zuständigkeit der Länder, sondern im Zuständigkeitswirrwarr zwischen Bund, Ländern und Gemeinden:

    De jure hat der Bund zwar kein Mitspracherecht, de facto gibt es aber mit der Kultusministerkonferenz eine bundesweite Einrichtung, die zwar Standards vorgibt, aber keine Möglichkeiten hat, diese durchzusetzen.

    Die maroden Schulen fallen in die Verantwortung der Gemeinden, die für den Erhalt der Schulgebäude, der Zurverfügungstellung von Lehrmitteln, außerplanmäßige Betreuung und sämtliches Nicht-Lehr-Personal (Hausmeister, Sekretäre usw.) zuständig sind. Da würde sich also gar nichts ändern, wenn der Bund Mitspracherechte hätte, außer, dass die Länder einige Bundesmittel zusätzlich erhielten, die dann für irgendwas, aber größtenteils nicht für die maroden Schulen eingesetzt würden (sondern in den "klebrigen Fingern der Länder" verbleiben).

    Theoretisch könnten die Länder zwar ganz eigenständige Schulsysteme basteln, aber praktisch sind sie von diversen Schranken eingehegt und bewegen sich doch größtenteils im gleichen Fahrwasser - auch das Bildungssystem des Saarlands entspricht typisch deutschen Gepflogenheiten und nicht etwa denen Frankreichs.

    Wenn tatsächlich die gesamte Bildungshoheit bei den Ländern läge, diese tatsächlich alle Kosten tragen würden (einschließlich der Förderungen, Unterrichtsmittel und des Nicht-Lehr-Personals) und ihre Freiheit nutzen würden, um tatsächlich unterschiedliche Ansätze auszuprobieren, wäre meiner Meinung nach schon viel gewonnen.

  • Public
    Undurchdacht und Ruf nach Papa

    Wie bereits festgestellt liegt die Hauptaufgabe bei den Kommunen. Auf keiner anderen politischen Ebene hat Westdeutschland seit 1949 so vielfältige Einflussmöglichkeiten. Welche mehrheitlich zu nutzen verweigert wird. Selbst, wenn die Eltern öffentlich angebettelt werden. Was durchaus seit nun über 40 Jahren in diesem Staat geschieht.

    Vom Bund zweckgebundene Gelder wurden in der Vergangenheit von den Kommunen nicht mal abgerufen. Darauf aufmerksam gemachte Wahlberechtigte waren aber nach eigener Aussage zu faul, sich entsprechend drum zu kümmern.

    Es würde sich also nicht das Geringste verbessern. Zu befürchten wäre allenfalls eine Verschlechterung. Mögliche Themen der Verschlechterung lassen sich online über die Suchabfrage frankreich protest gegen schulrecht aufrufen und durchlesen.


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