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Straßenverkehrs-Ordnung - Einführung eines Tempolimits von 130 km/h
Deutschland ist das einzige Industrieland, in dem nach Lust und Laune gerast werden darf. Die Autoher...

Deutschland ist das einzige Industrieland, in dem nach Lust und Laune gerast werden darf. Die Autohersteller glauben, dies fördere das Image von Autos Made in Germany. Automobilclubs verteidigen den Status Quo so vehement, als ginge es um ein bürgerliches Grundrecht. Für die mächtige Autolobby sei das Thema ein No-Go.. Und Regierungen jeder Couleur halten fest zu ihr.

Lang ist hingegen die Liste der guten Gründe für ein Tempolimit: Zum Beispiel würde die Verkehrssicherheit deutlich verbessert. Die hohen Geschwindigkeitsdifferenzen auf deutschen Autobahnen führen regelmäßig zu Aggressionsdelikten wie dichtem Auffahren, Rasen und Drängeln. Das kann tödlich enden. Das Thema Verkehrssicherheit wird am besten mit der „Vision Zero“ auf den Punkt gebracht, also mit der Vision, keine Verkehrsunfälle mehr zu haben (demnach ist die Argumentation, wir müssen nichts tun, weil wir weniger Verkehrstote haben als früher, nicht haltbar – denn wir wollen keine bzw. so wenige wie möglich, nicht nur weniger Verkehrstote). Nach einer Schätzung der Bundesanstalt für Straßenwesen könnte bei Tempo 130 die Zahl der Todesopfer bei Autobahnunfällen um 20 Prozent sinken, bei Tempo 100 sogar um 37 Prozent.

Auch das Klima würde von einem Tempolimit profitieren. Mehr als drei Millionen Tonnen CO2 ließen sich mit Tempo 120 vermeiden, schätzte das Umweltbundesamt Mitte der 90er-Jahre. Doch auch diese Daten sind veraltet, inzwischen dürfte der Effekt größer sein, weil die Autos schwerer und schneller geworden sind. Jeder Stundenkilometer mehr wirkt sich überproportional auf den Verbrauch aus, denn Luft- und Rollwiderstand steigen exponential mit der Geschwindigkeit. Damit sind noch nicht alle Vorteile genannt: Ein Tempolimit würde Luftschadstoffe und Lärm vermindern. Müssten Autos nicht mehr für die jetzigen Höchstgeschwindigkeiten konzipiert werden, könnten sie leiser, kleiner und leichter sein und allein deswegen weniger verbrauchen. Zudem würden Staus vermieden: Bei geringeren und gleichmäßigeren Geschwindigkeiten wird der Abstand zwischen den Fahrzeugen kleiner, bei etwa 85 Stundenkilometern wäre die Aufnahmekapazität der Autobahnen am höchsten. Der SUVs -Wahn erhöht den CW-Wert der unnötig hohen Fahrzeuge.

eingereicht am Do. 11. April 2019
zur Abstimmung ab Do.11.04.2019 21:00
bis Do.11.04.2019 22:00
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